Korrektur der Alterssichtigkeit
 
 
 
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Presbyopie: Akkomodationsverlust der gealterten, starr gewordenen Augenlinse

KAMRA Inlay zur Presbyopiekorrektur

   
 

Alterssichtig - Was kann man tun?
Optionen für die Korrektur der Alterssichtigkeit (Presbyopie)


Was ist Alterssichtigkeit?

Die natürliche Augenlinse verliert ab dem 40. Lebensjahr an Elastizität. Sie kann sich nicht mehr so stark abrunden und verliert die Fähigkeit, sich automatisch auf unterschiedliche Entfernungen scharfstellen zu können (Akkommodation). Dieser "Akkommodationsverlust" ist ein normaler Vorgang und betrifft ausnahmslos jeden Menschen - egal ob dieser bisher normal- oder fehlsichtig war. Betrachten Sie hier den Vorgang der Akkomodation in einer Animation.

Sieht ein 30-Jähriger noch in einem Abstand von 12 Zentimetern scharf, sind es zehn Jahre später schon 20 Zentimeter, mit 50 Jahren dann über 60 Zentimeter.  Der Mensch wird (alters-)weitsichtig. Ein 60 Jahre alter normalsichtiger Mensch braucht zum Scharfsehen in 30 cm Abstand dann eine Nahkorrektur von etwa plus drei Dioptrien.

Die Lesebrille ist heutzutage immer noch die beste Lösung um in der Nähe scharf sehen zu können. Alle anderen Verfahren haben deutliche Nachteile. Beachten Sie deshalb:

Grundsätzlich kann ein Patient seine Alterssichtigkeit nicht korrigieren lassen, er kann nur wählen, welcher Kompromiss für ihn persönlich der Beste ist.

Es gibt neben der herkömmlichen Lesebrille einige operative Verfahren, die zunehmend eingesetzt werden. Darüber hinaus gibt es auch Ansätze, wie z.B. das Weichlasern der Linse, die sich noch im Entwicklungsstadium befinden und bei weitem noch nicht als therapeutisches Verfahren bezeichnet werden können.

 

In allen diesen Fällen gilt, dass der Patient umfassend über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Verfahren aufgeklärt werden muß, damit er eine für sich akzeptable Wahl treffen kann.

Sollten Sie an einer Korrektur Ihrer Alterssichtigkeit interessiert sein, schildern Sie Ihrem Operateur so genau wie möglich, welche Erwartungen Sie an Ihr Sehvermögen nach der Operation haben!

 

Zu den in Anwendung befindlichen Verfahren zur Presbyopiekorrektur gehören:

- Lesebrille
- Kontaktlinsen
- Kunstlinsenimplantat: Multifokallinsen
- Augenlaser: Monovision LASIK
- KAMRA Hornhaut-Implantat


Die Lesebrille zur Korrektur der Alterssichtigkeit
Bei der Zweistärkenbrille ist die obere Hälfte für die Fernsicht, die untere für die Nahsicht geeignet. Allerdings stört viele Träger der Bildsprung im Brillenglas und auch die von außen deutlich sichtbare Kante im Material. Bei der Gleitsichtbrille gehen diese Zonen kontinuierlich ineinander über, doch kommt nicht jeder mit diesen Gläsern zurecht.

Bei Menschen, die viel am Computer arbeiten, bietet sich eine Gleitsichtbrille an, die eine besonders breite Sichtfläche für diesen Bereich hat. Oder eine PC-Brille mit einem oberen Fernbereich und einem unteren Nahbereich für eine Distanz von etwa 40 Zentimetern.


Kontaktlinsen

Inzwischen gibt es auch Kontaktlinsen, die wie ein Gleitsichtglas auf dem Auge funktionieren. Der obere Teil der Linse ist für die Fernsicht vorgesehen, senkt der Träger seinen Blick zum Lesen, sieht er durch den unteren Teil der Linse, der für das Nahsehen gedacht ist. Damit sich die Linse nicht dreht und das ganze Bild verzerrt, hat die Kontaktlinse unten einen dickeren Rand als oben.
Ideal sind die Linsen für Menschen, die schon seit Jahren normale Kontaktlinsen tragen. Zudem muss der Träger in der Lage sein, unerwünschte Bilder zu unterdrücken. Menschen, die mit einer Gleitsichtbrille schlecht zurechtkommen, werden vermutlich auch mit den Speziallinsen Probleme haben.


Implantation von Multifokallinsen
Große Hoffnungen ruhen auf den Multifokallinsen, welche die natürliche Augenlinse ersetzen sollen.
Der Linsenaustausch, auch als "presbyopic lens exchange" oder kurz PRELEX bezeichnet, basiert auf erprobten Techniken, die seit Jahrzehnten bei der Behandlung des Grauen Stars angewendet werden. Nach Entfernung der körpereigenen Linse wird ein Implantat in den leeren Kapselsack eingefügt. Dieses Implantat ist eine aus mehreren Ringen mit unterschiedlicher Brechkraft aufgebaute Kunstlinse ("multifokal"). Es erzeugt zwei Brennpunkte im Auge – einen für die Ferne und einen für die Nähe. Dazwischen sehen die Patienten allerdings nicht perfekt scharf. Multifokallinsen erfordern weitere Kompromisse, z.B. ist das Autofahren bei Nacht erschwert, da die Lichtstrahlen an zwei verschiedenen Punkten gebrochen werden und um Autoscheinwerfer herum Lichtkränze und Reflexe wahrgenommen werden. Deshalb sind Multifokallinsen nicht für Personen geeignet, die viel unter Neonlicht oder schlechten Beleuchtungsbedingungen (nachts) arbeiten, Berufskraftfahrer sind oder sehr hohe Ansprüche an die Sehqualität stellen.
Die EuroEyes Kliniken implantieren jährlich ca 1.000 Multifokallinsen mit einer sehr hohen Patientenzufriedenheit von 92%. 98% der operierten Patienten sind im Alltag brillenfrei.


Augenlaser: Monovision LASIK
Goethe soll auf einem Auge kurzsichtig, auf dem anderen normalsichtig gewesen sein. Darum sprechen Augenärzte gern vom Goethe-Blick, wenn sie das Prinzip der so genannten Monovision meinen: Die beiden Augen werden unterschiedlich korrigiert, eines sieht in der Ferne scharf, das andere Auge in der Nähe. Das Gehirn muss in der Lage sein, beim Fernblick mit dem normalsichtigen Auge das unscharfe Bild des anderen Auges zu unterdrücken und umgekehrt. Nicht alle Menschen können sich an diese besondere Form des Sehens gewöhnen!
Deshalb ist es unbedingt erforderlich, vor der Operation über einen längeren Zeitraum zu testen, ob die sogenannte Monovision vertragen wird: Mit Kontaktlinsen kann man die unterschiedliche Korrektur der Augen simulieren und somit testen, ob der Patient damit zurecht kommt.


Das KAMRA-Inlay
(ehemals AcuFocus Hornhaut-Implantat)
Dieses Hornhaut-Implantat ist für Menschen geeignet, die in die Ferne ohne Brille scharf sehen können. Bei fehlsichtigen Patienten kann es jedoch in Kombination mit einer LASIK-Operation angewendet werden.
Das Prinzip des KAMRA-Inlays ist altbekannt und entspricht der so genannten "stenopäischen Lücke": Es wird (nur) in das nicht-dominante Auge ein kleines, Lochblenden-ähnliches Implantat in die Hornhaut eingesetzt. Durch das Implantat erfährt der Patient einen Gewinn an Tiefenschärfe und ist wieder in der Lage, z.B. Preisschilder erkennen zu können oder Speisekarten zu lesen. Ziel des des KAMRA Inlays ist es, die Abhängigkeit von der Lesebrille zu reduzieren, indem man mit einem Auge in der Nähe lesen kann, ohne dass das Implantat beim Blick in die Ferne stört. Mehr...


Nicht erfolgreich zeigten sich folgende Entwicklungen der letzten Jahre:

- Implantation Akkommodativer Linsen
- Konduktive Keratoplastik

Akkomodierende Linsen
Dies sind Linsen, die sich – wie ihre natürlichen Vorbilder – abrunden, wenn der Träger etwas in der Nähe erkennen möchte. Tatsächlich bieten manche Hersteller so genannte akkommodative Linsen an. Sie sollen nach dem "focus-shift"-Prinzip arbeiten, sich also beim Nahsehen nach vorn bewegen, um ein scharfes Bild zu erzeugen. Doch zeigte eine Studie der Uni-Augenklinik in Wien, dass eines dieser Exemplare sich im Auge überhaupt nicht rührte. Von einer Vorwärtsbewegung konnte – entgegen der Versprechen der Anbieter – keine Rede sein.

Konduktive Keratoplastik
Mittels Radiowellen wird das Hornhautgewebe ringförmig geschrumpft. Die Hornhaut wölbt sich vor, so dass der Patient wieder ohne Brille lesen kann. Damit kann ein Auge für die Nahsicht korrigiert werden. Experten warnen jedoch vor dem Eingriff, da sich die Hornhaut wieder abflacht und der Eingriff nach wenigen Jahren wiederholt werden müsste.