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Die wichtigsten Fragen und Antworten:
Femto-LASIK und Femtosekundenlaser

Wer hat die Femtosekundentechnik entwickelt?

Warum wird der Femtosekundenlaser erst jetzt in Deutschland
eingesetzt?

Gibt es bereits andere Anwendungsgebiete?

Welche Bedeutung wird die PRK/LASEK in Zukunft noch haben?

Wie häufig kamen button-holes und ähnliche Schnittfehler bisher vor?

Können durch die hohe Energie auch Komplikationen entstehen?

Was ist mit erhöhter Blendempfindlichkeit nach der OP?

Ist das Anheben des Flaps im Falle einer Re-LASIK gefahrfrei?


Wer hat die Femtosekundentechnik entwickelt?
Das ist eine schwierige Frage. Schon vor der Entdeckung der Excimerlaser-Technologie haben Forscher versucht, durch intrastromale Veränderungen des Gewebes Fehlsichtigkeiten zu korrigieren.
Anfang der 90er Jahre haben Bille, Swinger und Liu die ersten Arbeiten zu intrastromalen Ablationen mit dem Picosekundenlaser (1ps = 10-12s) veröffentlicht. Die Einwirkzeit auf das Gewebe war jedoch bei dieser Technologie zu lang, das umliegende Gewebe wurde geschädigt. Ende der 90 Jahre wurde daraufhin die Femtosekundenlaser-Technologie (1fs=10-15s) entwickelt. Hier tritt keine unerwünschte Gewebsschädigung mehr auf - aber die Generierung der Laserpulse war noch komplizierter und aufwendiger.
Dr. Holger Lubatschowski vom Laser Zentrum Hannover hat einen großen Teil zur Entwicklung der Femtosekundenlaser-Technologie beigetragen. Leider hat er seine Ideen veröffentlicht, bevor er sie patentierte. Das von ihm entwickelte Laser-Mikrotom wurde daraufhin in verschiedene Augenlasergeräte integriert, die hauptsächlich in den USA erprobt wurden.


Warum wird der Femtosekundenlaser (Laser-Keratom) erst jetzt in Deutschland eingesetzt?

Die deutschen Forschungseinrichtungen haben fast keine finanziellen Mittel. Daher werden kostenintensive Geräte wie der Femtosekundenlaser meist zuerst in den USA entwickelt und dort dann auch eingesetzt. Außerdem hat die Refraktive Chirurgie in Europa einen viel geringeren Stellenwert als in den USA.
Die Femto-LASIK kam in den USA seit 2001 bereits 200.000 Mal zum Einsatz. Dies hat auch einen Vorteil für unsere Patienten: Wir können jetzt auf verlässliche Erfahrungen zurückgreifen, außerdem sind eventuelle „Kinderkrankheiten“ des neuen Lasergeräts bereits ausgestanden.
In Deutschland wurde die erste FEMTO-LASIK im Rahmen der DOC Life Surgery im Juni 2004 bei uns an der alz augenklinik münchen durchgeführt: vom LASIK-Papst Dr. Stephen Glenn Slade persönlich.


Gibt es bereits andere Anwendungsgebiete?

Ja. Die Möglichkeit der dreidimensionalen Gewebetrennung im Mikrometer-Bereich eröffnet Anwendungsgebiete in der Zellbiologie, in der Zahnchirurgie oder bei Operationen im Inneren des Ohres. Auch außerhalb der Medizin, z. B. in der Mikrotechnologie sowie in der Radio- und Messtechnik wird die Technologie angewandt.
Die Augenlaserchirurgie hat hier allerdings eine Vorreiterrolle übernommen. Große Chancen sehen wir für die Durchführung von Hornhauttransplantationen. Auch beim Einsatz von Hornhautimplantaten zur Stabilisierung von Hornhautvorwölbungen (Keratokonus) wird der Femtosekundenlaser zur Anwendung kommen. So können zum Beispiel kleine Ringsegmente aus Kunststoff in die Hornhaut eingepflanzt werden. Der Laser eignet sich hervorragend, um hierfür die Hornhauttaschen zu präparieren.


Werden die PRK und LASEK in Zukunft an Bedeutung verlieren?

In Kliniken, an denen kein Femtosekundenlaser verfügbar ist, werden Patienten mit dünner Hornhaut sicher weiterhin mit der PRK/LASEK behandelt. Allerdings ist hier der Heilungsprozess häufig mit Schmerzen verbunden und dauert länger als bei der LASIK.
An unserer Klinik wird die PRK/LASEK nur noch zu therapeutischen Zwecken durchgeführt, z. B. bei rezidivierenden Hornhauterosionen oder zur Entfernung einer Narbe auf der Hornhautoberfläche.


Wie häufig kamen button-holes und ähnliche Schnittfehler bisher vor?

Wir haben seit 1993 an unserer Klinik 30.000 Operationen durchgeführt und genau 23 ernsthafte Komplikationen gesehen (0,1 %). Darunter waren in den Jahren 1998-1999 fünf Knopflochschnitte, sogenannte "button-holes" (0,025%).
Wir haben sofort untersucht, worauf diese Komplikation zurückzuführen sei. Die Ursache: Die Vorgaben des Mikrokeratomherstellers waren falsch. Sie sahen vor, vor dem Schnitt die Hornhaut eine Minute lang antrocknen zu lassen und keine Gleitmittel für das Gerät zu verwenden. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller wurde das Problem gelöst und die Darstellung im Benutzerhandbuch korrigiert.
Wir haben unseren Ablauf entsprechend geändert. Seither trat bei uns kein einziges "button-hole" mehr auf.


Können durch die hohe Energie bzw. die Entladungs-Wellen nicht auch Komplikationen entstehen?

Durch die ultrakurze Einwirkdauer des Femtosekundenlasers im Bereich von 500-750 billiardstel (10-15 ) Sekunden wird nur sehr wenig Energie benötigt, um die Energiedichte für die Photodisruption zu erwirken. Die Zeitspanne wiederum ist so kurz, dass Wechselwirkungen mit dem Gewebe außerhalb von einigen Mikrometern nicht auftreten.


Was ist mit erhöhter Blendempfindlichkeit nach der OP?

Die Blendempfindlichkeit hängt entscheidend von der Pupillenweite bei Dunkelheit ab. Bei Patienten mit einer großen Pupille kann eine verstärkte Blendempfindlichkeit auftreten. Das lässt sich aber bei einer sorgfältigen Voruntersuchung genau feststellen und berechnen. Ist die Pupille im Dunkeln zu weit, raten wir von einer Augenlaserkorrektur ab.
Mit der FEMTO-LASIK können wir bei gleicher Hornhautrestdicke größere wirksame optische Zonen erreichen. Anfägliche Blendungserscheinugen sind heilungsbedingt und vorübergehend.


Ist das Anheben des Flaps per Hand im Falle einer Re-LASIK gefahrenfrei?

Die dafür verwendeten Instrumente sind so geformt, dass sie die Hornhaut nicht verletzen können. Darüber hinaus hat der erfahrene Operateur eine äußerst ruhige Hand. Und: Der Flap ist durch seine konstante Dicke wesentlich stabiler als bisher.