Keratokonus
Keratokonus - Was ist das?
Keratokonus ist eine zumeist beidseitig auftretende Hornhautdegeneration mit kegelförmiger Hervorwölbung der verdünnten Hornhaut (Cornea). D.h., beim Keratokonus wird die Hornhaut in der Regel mit der Zeit immer dünner und wölbt sie sich an der dünnsten Stelle
vor. Die Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt ca. 1:2000.
Typischerweise beginnt der Keratokonus in der Pubertät und schreitet mit den Jahren fort. Die damit einhergehende irreguläre Hornhautverkrümmung
(in einer hornhauttopographischen Aufnahme rechts im Bild unten) nimmt kontinuierlich
zu und ist mit einer Brille nicht mehr auszugleichen.
Behandlungsoptionen bei Keratokonus
Harte Kontaktlinsen
Speziell angepaßte harte Kontaktlinsen können zunächst den wachsenden Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) ausgleichen.
NEU: Behandlung der Ursache: Kollagenvernetzung und UVA-Bestrahlung
Sowohl mit den Intrastromalen cornealen Ringsegmenten als auch mit der Hornhauttransplantation wird die eigentliche Ursache der Hornhautverdünnung nicht behoben. Es wird vermutet, daß bei Keratokonus eine Störung zwischen den Kollagenmolekülen vorliegt, d.h., daß der Grad der Vernetzungen hier verringert ist.
Das Ziel bei Kollagenvernetzung mit Riboflavin UVA besteht in der künstlichen Erhöhung des Grades der Vernetzungen in der Hornhaut, um so wieder ausreichende mechanische Stabilität herzustellen. Die photooxidative Vernetzungsmethode mittels Riboflavin und UVA-Licht ist in kurzer Therapiezeit einfach und sicher handbar und lässt die Transparenz der Hornhaut unverändert.
Diese Vernetzungsbehandlung zur Stabilisierung der Hornhaut wird ambulant unter Tropfanästhesie durchgeführt. Vor der eigentlichen Bestrahlung mit UVA-Licht wird die Hornhautdeckschicht abgetragen, da sonst keine Wirkung erzielt würde. Im Intervall von 5 Minuten werden immer 2-3 Tropfen Riboflavin appliziert, das die UV-Strahlung absorbiert und als Photosensibilisator zur Erzeugung von reaktiven Sauerstoffspezies dient. Nach der Behandlung wird eine weiche Kontaktlinse als schützender Verband auf die Hornhaut aufgesetzt und bis zur vollständigen Heilung der Hornhautdeckschicht belassen.
Dieses Verfahren wurde seit 1998 an mehreren Hundert Patienten eingesetzt. Dur die Therapie wurde im bisherigen Beobachtungszeitraum ein weiteres Fortschreiten des Keratokonus verhindert und es konnte sogar in der Mehrzahl der Fälle eine Befundbesserung im Sinne einer Reduzierung der irregulären Hornhautverkrümmung erreicht werden. Ein endgültiges Ergebnis kann nach ca. 3 Monaten erwartet werden.
Stabilisierung der Hornhaut durch intrastromale corneale Ringsegmente (ICRS)
Im Rahmen einer europäischen Multicenter-Studie, an der auch die alz augenklinik münchen beteiligt war, wurde von 1999 bis 2001 der Einsatz von Kunststollringsegmenten in die Hornhaut sowie die Wirksamkeit des Verfahrens bei Keratokonus
untersucht: Durch Implantieren der ringförmigen Kunststoffsegmente in die vorgewölbten
Hornhautanteile gelingt es, die dünne Hornhaut zu stabilisieren und
die Hornhautverkrümmung zu reduzieren.
Eine Beseitigung der Krankheitsursache kann damit zwar nicht erreicht
werden, aber oftmals ist es den Patienten wieder möglich, eine Brille
zu tragen und damit eine bessere Sehschärfe zu erzielen.
Hornhauttransplantation - Nur Mittel der letzten Wahl
Wenn die Hornhautverkrümmung auch mit harten Kontaktlinsen nicht
mehr korrigiert werden kann, blieb bis vor wenigen Jahren nur die Hornhauttransplantation als Mittel der letzten Wahl,
um die Krankheit mit ihren Vernarbung oder irregulärer Hornhautverkrümmung zu behandeln. Dies ist bei ca. 20% der betroffenen Patienten der Fall. durchgeführt werden muß. Dabei ist der Keratokonus mit ca. 15% einer der häufigsten Anlässe, eine Hornhauttransplantation durchzuführen. Eine Hornhauttransplantation wird im allgemeinen erst dann durchgeführt, wenn alle anderen Behandlungsmaßnahmen keinen zufriedenstellenden Erfolg mehr zeigen.
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